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Oldenburg

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Datum
14.03.2018

Steuererklärung 2017: Vorsorgebeiträge richtig ansetzen – nichts verschenken

Trotz Digitalisierung: Bei bestimmten Steuerformularen ist weiterhin Achtsamkeit geboten. Insbesondere bei einem Formular schleicht sich schnell ein Fehlerteufel ein.

Steuererklärung 2017: Vorsorgebeiträge richtig ansetzen – nichts verschenken (contrastwerkstatt / Fotolia)

Eine viel beachtete Nachricht ging unlängst durch die Medien: Die Abgabefrist der Steuererklärung verlängert sich auf den 31. Juli. Doch Vorsicht: Das gilt erst für die Steuererklärung 2018. Jetzt steht aber erst einmal die Erklärung für 2017 an. Und für diese endet die generelle Frist für alle abgabepflichtigen Bürger, die keinen Steuerberater einbinden, nach wie vor bereits am 31.5. Die meisten Steuerpflichtigen kümmern sich ohnehin selbst um ihre Erklärung (siehe Grafik).

Steuererklärung 2017

Es wird also Zeit, sich mit der Steuererklärung 2017 auseinanderzusetzen – insbesondere wenn man angesichts durchschnittlicher Bearbeitungszeiten von bis zu sechs Monaten bei den Ämtern noch frühzeitig in diesem Jahr von der Erstattung profitieren möchte. Und dann gilt es, vor allem bei den Beiträgen zur Altersvorsorge gut aufzupassen, um keine wertvollen Abzugsposten zu vergeben.

Eine To-Do-Liste:

Datenübernahme prüfen

Wer wie das Gros der Steuerzahler die Steuererklärung online macht und einreicht, kann seine Daten aus dem vergangenen Jahr automatisch in die aktuellen Formulare übertragen lassen. Dennoch gilt es, alle Angaben noch einmal gut zu prüfen – denn nicht jede Falscheingabe sorgt für eine Fehlermeldung, die sich dann noch korrigieren lässt.

Beiträge eintragen trotz vereinfachtem Verfahren

Aufgrund des sogenannten Bescheinigungsverfahrens für Vorsorgebeiträge müssen Versicherungsunternehmen sämtliche Beitragsinformationen zu Basis- und Riesterversicherungen automatisch an das für den Versicherten zuständige Finanzamt übermitteln. Voraussetzung: Der Versicherte hat seine Einwilligung zu der Weitergabe erklärt und dem Unternehmen seine Steueridentifikationsnummer gegeben. Ganz wichtig: Weiterhin müssen die Versicherten ihre Rentenbeiträge immer auch noch einmal in ihrer Steuererklärung angeben. Andernfalls fließt keine Erstattung.

Riester-Renten in Anlage „AV“ eintragen

Bei Riester lassen sich jährlich maximal 2.100 Euro in der Anlage „AV“ ansetzen. Die Angaben in diesem Formblatt sind die Basis dafür, dass das Finanzamt mit der sogenannten Günstigerprüfung automatisch nachrechnet, ob sich der Riester-Sparer mit der Zulage oder dem Sonderausgabenabzug besser stellt.

Basis-Rente in Zeile 8 – Vorsicht bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Den Jahresgesamtbeitrag zur Basis-Rente und einer eventuell daran gekoppelten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BU) tragen Steuerzahler in Zeile 8 der Anlage „Vorsorgeaufwand“ ein. Achtung: In demselben Formular gibt es auch die Zeile 49 „freiwillige eigenständige Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen“. Hierher gehören aber nur die Beiträge für eine selbstständige, also nicht an eine Basis-Rente gekoppelte, BU. Wer sich hier irrt, wird darüber nicht vom Finanzamt informiert. Diese mögliche Erstattung ist dann je nach Einkommenshöhe hinfällig.

Betriebliche Altersvorsorge: alles automatisch

Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind weder gesonderte Anträge noch Angaben in der Steuererklärung notwendig – die Beiträge reduzieren unmittelbar das Bruttogehalt. Im Rahmen der Direktversicherung sind für 2017 noch Beiträge bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der Rentenversicherung (2017: jährlich 3.048 Euro) steuer- und sozialversicherungsfrei. Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich weitere 1.800 Euro jährlich steuerfrei in die bAV einbringen. Und sofern der Arbeitgeber bislang die Durchführungswege Unterstützungskasse oder Direktzusage anbietet, lässt sich der steuer- und sozialabgabenfreie Förderbetrag weiter ausbauen. Ausblick: Ab 2018 verdoppelt sich der generelle Förderrahmen in der bAV dank des Betriebsrentenstärkungsgesetzes von bislang vier auf acht Prozent der BBG.

Kranken- und Pflegepflichtversicherung in Zeilen 12 bis 45 mitteilen

Arbeitnehmer geben ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung für 2017 in den Zeilen 12 bis 45 in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ an. Gesetzlich Versicherte können ihre kompletten Beiträge für die sogenannte Basisabsicherung eintragen. Das Finanzamt zieht von den gezahlten Beiträgen lediglich vier Prozent pauschal für Krankengeld ab. Bei Privatversicherten erkennt der Fiskus generell die Kosten in Höhe des Basisbeitrags der privaten Krankenversicherung an. Wahlleistungen, wie Chefarztbehandlung oder Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus, werden im Rahmen der "anderen Versicherungsbeiträge" berücksichtigt, sofern dafür noch Spielraum beim abzugsfähigen Höchstbetrag besteht (siehe unten).

„Generell ist zu berücksichtigen, dass auch die Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge des Ehepartners und der Kinder steuerlich geltend gemacht werden können“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Altersvorsorge und Krankenversicherung bei MLP.

Weitere Versicherungen: in Zeilen 49 und 50 eintragen

Wer geringere Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge als bis zum Höchstbetrag von 1.900 Euro (Selbstständige: 2.800 Euro) gezahlt hat, darf andere Versicherungsbeiträge hinzuziehen, wie Wahlleistungen in der privaten Krankenversicherung, Haftpflicht-, private Pflege-, Unfall- oder selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung. Der richtige Ort sind die Zeilen 49 und 50. Wichtig: Für Verheiratete wird der doppelte Höchstbetrag angesetzt, wenn sie sich für eine gemeinsame Veranlagung entscheiden. „Auch der berufliche Anteil aus dem Beitrag zur Rechtsschutzversicherung bei Arbeitnehmern kann steuerlich geltend gemacht werden. Viele Versicherer weisen diesen Anteil explizit in der Beitragsrechnung aus“, sagt Michael Schwarz, Leiter Sachversicherung bei MLP.